LEITARTIKEL DES AUTORS 18/02/2002
GLOBALISIERUNG UND DRITTER WEG

GLOBALISIERUNG

Das Weltsozialforum ist bereits zu Ende gegangen und hat zwei spektakuläre Ergebnisse geliefert: Zunächst wäre da die Einstimmigkeit zu nennen, mit der die Tobin-Steuer eingefordert wurde, um Billionen von Doller zu verwalten, die zur Hilfe aller Bürger verwendet würden, ganz abstrakt, ohne jegliche Entwicklungsprogramme. Vielleicht liegt das an der Annahme, dass diese verlockende Steuer auf Finanztransaktionen eine langfristige Möglichkeit bietet.

Die zweite Schlussfolgerung, zu der das Antiglobalisierungsforum gelangt ist, liegt in der stillschweigenden Anerkennung der Unumkehrbarkeit des Phänomens „Globalisierung“, so wie ich es bereits in meinem Projekt „Globalisierung des Wohnraums“ getan habe, allerdings mit dem Unterschied, dass ich die unmittelbaren Quellen zur Finanzierung und Schaffung von Arbeitsplätzen aufführe, während die abstrakten Erklärungen des Forums nicht einmal Hoffnungen wecken können. Nach dem Forum wird niemand irgendetwas Nützliches erreichen können.

Was sind nun die Schlussfolgerungen, zu denen das großartige Festival von Porto Alegre gekommen ist?

Im Folgenden werden die wichtigsten Vereinbarungen aufgeführt:
* Die Forderung nach Erlass der Auslandsschulden von Entwicklungsländern, mit dem neuen Argument, dass die Schulden zwar legal, aber illegitim sind.
* Aktionen zur Verhinderung einer weiteren, als schädlich betrachteten Liberalisierung der Wirtschaft.
* Kritik der Militärausgaben, die vorzugsweise für den Dienst an der Gemeinschaft, also für Wohnungsbau, Bildung und Gesundheitswesen verwendet werden sollten.
* Erklärung, dass eine bessere Welt möglich ist. Ambiguität in Höchstform. Förderung einer Wirtschaft, die im Dienst der Menschen steht.
* Artikulieren der Antiglobalisierung, dies entspricht dem Kampf gegen den Neoliberalismus.

Alle Vereinbarungen von Porto Alegre sind negative Kritik, sie schlagen vor, die Massen zu mobilisieren, um Druck auszuüben, Forderungen zu stellen und über die Beeinflussung der öffentlichen Meinung die Organe der Macht zu erreichen. Totale Abwesenheit von Programmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, keinerlei Initiative zur Erreichung individueller Unabhängigkeit durch Arbeit. Viele Diskussionen, die gezeigt haben, wie schwach die weltweite, über fünf Kontinente mit verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen nationalen Bedürfnissen verteilte Bewegung, die nur ein Kredo hat, ist: Ablehnung der Globalisierung ohne einheitliche Kriterien, Bedürfnisse, Positionen und politische Interessen, das heißt, ein wahrer Turm von Babel hinsichtlich der Willensäußerungen. Eine erschreckende Ichbezogenheit ist ebenfalls zu beobachten.
Die wichtigsten Stars des Events sind nach Befriedigung ihrer Bedürfnisse bereits mit der Vorbereitung des nächsten Forums beschäftigt, dessen Hauptziel darin besteht, die Teilnehmerzahl zu verdoppeln oder zu verdreifachen. Wie viel mehr Zuschauer, mehr Applaus, mehr brillante Reden, mehr Ruhm und Triumph. Vielleicht sind sie der Meinung, dass dies der geeignete Moment ist, um den dröhnenden Ruf des 19. Jahrhunderts zu kopieren und ins 21. Jahrhundert zu übertragen: „Antiglobalisierer aller Welt, vereinigt euch!“ Aber ich frage erneut: Mit welchem Ziel?
Zwischendurch können die Hungernden weiter warten und die Schwachen sterben.

Als Gegensatz zu den Übereinkünften des Forums wiederhole ich zu Vergleichszwecken einige der Konzepte meines Projekts „Globalisierung des Wohnraums“ hier an dieser Stelle, wobei ich nur an die massive Schaffung von Arbeitsplätzen denke, da die Arbeit der eigentliche Motor zur individuellen Befreiung ist.
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„Die Globalisierung ist nicht schlecht an sich, sie ist nur verdächtig, da sie ausschließt, ihre Präsenz und ihre Wirkung kann aber nicht ignoriert werden.“
„Wenn man die Globalisierung als die universelle Expansion der Großkonzerne betrachtet, ist es offensichtlich, dass sie den Faktoren Mensch mitsamt seinen Bedürfnissen nur gering in Betracht zieht. Es trifft des Weiteren zu, dass eine unkontrollierte Globalisierung ohne Gegengewicht unausweichlich zur Vertiefung der Ungleichheit zwischen reichen und armen Ländern führt.“

„Wenn wir eine Antiglobalisierung wollen, die die fundamentalen Prinzipien des Lebens und Überlebens verteidigt, muss sie kreativ sein, mit konkreten Plänen zur massiven Schaffung von Arbeitsplätzen, denn Arbeit sorgt für Einkünfte, und mit diesen Einkünften werden Armut und Hunger überwunden.“
„Akzeptieren wir doch die Tatsache der Expansion von Großkonzernen, der Börsenspekulationen, der augenblicklichen Kapitalflüsse über den ganzen Globus. Dies sind die geschriebenen und ungeschriebenen Wirtschaftsgesetze, die der Markt durch den freien Handel bestimmt, und diese nicht in Frage zu stellende Realität ist irreversibel.“

„DESWEGEN SCHLIESSEN WIR UNS DER ANTIGLOBALISIERUNG AN, INDEM WIR AUF DEN ZUG DER GLOBALISIERUNG AUFSPRINGEN UND DIE GELEGENHEITEN NUTZEN, DIE UNS DIE GESCHMÄHTEN KAPITALBEWEGUNGEN BIETEN.“

„Es bringt nichts, die Globalisierung auf abstrakte Weise anzugreifen. Das Phänomen der Globalisierung ist eine Episode des Fortschritts der Menschheit, es ist eine weitere Facette des menschlichen Entwicklungsprozesses, der mit der industriellen Revolution begann und uns Schritt für Schritt von der Dampfmaschine zu den Wundern der Elektronik geführt hat, wobei letztere der eigentliche Grund für die Entwicklung der Gesellschaft und die Globalisierung das letzte Kettenglied dieser Entwicklung ist. Wir müssen sie mit all ihren Nachteilen akzeptieren und ein Aktionsprogramm starten, um uns ihrer zu bedienen und Sofortlösungen für die dringendsten Bedürfnisse zu ermöglichen.“

„ZUNÄCHST GLOBALISIEREN WIR WOHNRAUM, ARBEIT UND BILDUNG“

Dies sind Vorschläge, die sofort ausgeführt werden können, da ich erkläre, auf welche Weise die wirtschaftlichen Mittel, mit denen sie umgesetzt werden, erbracht werden können. Letztendlich schlage ich vor, dass die Form der UNTERSTÜTZUNG DER ANTIGLOBALISIERUNG DURCH DEN VORSCHLAG EINER GLOBALISIERUNG des Wohnraums, der Arbeit und Bildung, des Gesundheitswesens, der Renten und einer integralen Entwicklung geschieht, also einer wirtschaftlichen und menschlichen Entwicklung. So können wir effizient die Armut in der Welt bekämpfen.

Wozu denn Antiglobalisierung? Der aktuelle Gebrauch dieses Begriffs erinnert an das Kommunistische Manifest von 1848, das aus einer Zeit der Revolutionen, Proteste und der erzwungenen Unterwerfung der Arbeit unter das Kapital hervorgeht. In der Folgezeit, in der Frauen und Kinder unmenschlich ausgebeutet wurden, sah man das Arbeitsverbot für Kinder unter 10 Jahren in Werkstätten, wodurch das Mindestalter um zwei Jahre gesetzlich erhöht wurde, als auch das Gesetz, das Frauen während der Arbeitszeit einen Sitzplatz gestattete, als große Errungenschaft an.
Im Jahre 1891 klagt Papst Leo XIII. in der Enzyklika Rerum Novarum die unbarmherzigen Bedingungen an, denen die Arbeiter ausgesetzt waren. Die bolschewistische Revolution von 1918 weckte Hoffnungen und brachte Kämpfe, Kriege mit Millionen Toten und Diktatoren aller Couleur hervor, die sich antagonistischer Fahnen bedienten, bis schließlich alle Utopien zerstört wurden. Die kapitalistische Welt verlor ihren gelegentlichen Feind und Gesprächspartner, es gibt also keine Konfrontation von Ideen mehr, sondern nur eine Kritik der Ergebnisse. Es hat wenig Sinn, in der Vergangenheit zu leben und einen Ballast mitzuschleppen, der seine Funktion schon erfüllt hat.
Möchte die Antiglobalisierungsbewegung etwa den Weg der Geschichte noch einmal beschreiten, obwohl unsere heutige Zeit nur wenig mit der beschriebenen Epoche zu tun hat? Wie möchte man verschiedene Willensäußerungen zu einem einheitlichen Denken führen, wenn derselbe Diskurs an ganz unterschiedliche Personen gerichtet wird, die auf fünf verschiedenen Kontinenten zu Hause sind? Hier ist Konsequenz angeraten. Die Prediger der Antiglobalisierung fangen bei Null an und bringen 60.000 Teilnehmer nach Porto Alegre. Diese Zahl hat keine Aussagekraft, da Jahrzehnte vergehen werden, in denen in der Wüste gepredigt wird, dickköpfig, arrogant und taub, und Kräfte verschwendet werden, ohne dadurch das Ziel, diese so stark ersehnte „mögliche Welt“, zu erreichen. Sie sind mit Blindheit geschlagen, sie erreichen nicht das, was sie wollen: den Kampf gegen die Armut und für die Mittellosen. Ich biete ihnen mit der „Globalisierung des Wohnraums“ einen Ausgangspunkt, wobei keine Produktwerbung betrieben werden muss, da sich Konzepte und Berechnungen auf dieser Website befinden, sie sind einfach, unveränderlich, konkret und vertrauenswürdig und können ohne Vorbedingungen angewendet werden. Sämtlicher notwendiger Wohnraum kann in jedem Land selbstfinanziert, also zum NULLKOSTENPREIS errichtet werden und ausreichende Mittel zur integralen Entwicklung der Gesellschaft generieren. Beschäftigen Sie sich mit dieser Website und Sie werden sehen, dass meine Behauptungen weder Hintertürchen offen lassen noch die Visionen eines Träumers sind.


DER DRITTE WEG

Mein Projekt einer „Globalisierung des Wohnraums“ ist nicht neueren Datums. Es entstammt meinem 1984 erschienen Buch DER DRITTE WEG, einer sozioökonomischen Studie, die nichts mit den nachfolgenden Versionen eines „dritten Wegs“ im Polit-Stil zu tun haben, welche im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts auftauchten und den Schwätzern Stoff für die Diskussion von Konzepten auf der hoffnungslosen Suche nach Anhaltspunkten angesichts des Zusammenbruchs der kommunistischen Welt liefern sollten.
Mein Anliegen einer „Globalisierung des Wohnraums“ fand auf der Website seine Fortsetzung, die von 1996 - 98 im Internet mit dem Titel „WILLKOMMEN BEIM DRITTEN WEG“ vertreten war.
Die Website war nach folgenden Themen in vier Teile gegliedert: 1. Ausführungen zum Thema Arbeit, von der Sklaverei bis zur Machtentfaltung der Gewerkschaften. 2. Die kirchliche Sozialdoktrin. 3. Beschreibung des Gesellschaftsvertrages als Nachfolger des Arbeitsvertrages. 4. Finanzierung des Beschäftigtenbeitrags, um mit den Unternehmern 50 Prozent des Unternehmenswerts zu teilen, was ich als „Zugang der Beschäftigten zum Eigentum der Unternehmen“ bezeichnete. Die Arbeitsabhängigkeit, die zwischen Unternehmern und Beschäftigten besteht, wird transformiert, wobei verschiedene Verantwortungsbereiche und Beteiligungen am wirtschaftlichen Gewinn entstehen, und dies in einer Beziehung Arbeit - Kapital, wobei Gleichheit hinsichtlich der Rechte und Pflichten in einem gemeinschaftlichen Unternehmen besteht. Optimistisch vertrat ich die Meinung, dass dies die Arbeitsform des 21. Jahrhunderts sein würde.
In der 1999 erschienen Ausgabe meines Buchs DER DRITTE WEG möchte ich hauptsächlich erklären, wie riesige und sofort zur Verfügung stehende Kapitalmassen ohne Verschuldung erwirtschaftet werden können, mit regelmäßigen Rückzahlungen durch Steuern, die auf Grund des Baus von selbstfinanziertem Wohnraum, also zum NULLKOSTENPREIS generiert werden. Dieses auf dieser Website erklärte System steht allen Wirtschafts- und Finanzexperten zur Verfügung. Das System entstand dadurch, dass die notwendigen Mittel zur Finanzierung der Beiträge von Beschäftigten zum Gesellschaftsvertrag bereitgestellt werden und ausreichende Mittel vorhanden sein sollten, um ein Rentensystem zu strukturieren, das den Beschäftigten eine sichere Rente ohne Sorgen und Ängste garantieren sollte.
Heute habe ich mit der Vorstellung des DRITTEN WEGS begonnen. In meinem nächsten Artikel werde ich erklären, wie Gesellschaftsvertrag, Arbeitsbündnis und Kapital als Arbeitsform des gerade angefangenen Jahrhunderts entstehen.
Der Zweck des DRITTEN WEGS besteht darin, den Beschäftigten ein Finanzierungssystem zu bieten, das sofort ausgeführt werden kann und ihnen eine sichere Arbeit, Wohnraum und Gewinnbeteiligung als Miteigentümer der Unternehmen und Sicherheit in ihrem Arbeitsleben bietet. Für die Unternehmer bedeutet dies: Wahrung des sozialen Friedens und gemeinschaftliche Planung der Unternehmensexpansion mit den Beschäftigten.

Nächster Leitartikel am 1. März 2002
"Was ist DER DRITTE WEG?"

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Francisco Montaner


Wohnraum zum nullkostenpreis globalisieren